Die erste Etappe unseres Wegs führte uns über Liechtenstein, Österreich, Italien und Slowenien durch die Alpen.
Liechtenstein war so schnell durchquert, dass wir nur anhand der neuen Wegmarkierungen und Autokennzeichen realisiert haben, dass wir bereits in Österreich waren.
In Österreich startete dann unser erster längerer Anstieg über den Arlberg-Pass. Unser Weg führte über noch verschneite und vereiste Abschnitte, was uns kurz nach Ostern bereits wieder an Samiklaus denken liess. Der Fortbewegungsmodus wechselte notgedrungenermassen von strampelnd auf stossend.


Nach einem Anstieg, der sehr viel länger dauerte als erwartet, empfing uns Stuben am Arlberg mit wummernden Boxen und haufenweise Wohnmobilen. Es herrschte Festivalstimmung. Auf dem Weg durch das Longboard Classics Stuben, dem „Woodstock of Snowboarding“, wurden wir links und rechts angesprochen. Beim fünften Stopp innert 100 Metern haben wir für eine Bierpause angehalten. Doch aus der kurzen Stärkungspause wurde schnell unser Etappenende für den Tag. Die Leute und die Stimmung waren zu gut, um einfach weiterzufahren. So kam es, dass wir ungeplant unser Zelt am Parkplatz neben allen Campervans aufgeschlagen haben und die Nacht im Partyzelt verbrachten.

Am nächsten Morgen liess sich der Arlberg-Pass mit ausgeruhten Beinen auch etwas zügiger hochstrampeln und mit einem Kuss feiern.


Anschliessend genossen wir, warm eingepackt, unsere erste längere Abfahrt – wohl verdient.
Da der Reschenpass aufgrund von Bauarbeiten teilweise gesperrt war, haben wir uns für die Route über den Brenner entschieden und fuhren an diesem Tag noch bis nach Innsbruck.
Beim wohlverdienten Bier erhielten wir vom Barkeeper einen Geheimtipp, in welchem Stadtpark wir unentdeckt campieren können. Trotz anfänglicher Nervosität verlief unsere erste „urban stealth camping“ Nacht ungestört und wir wurden mit einer prächtigen Aussicht über Innsbruck belohnt.

Über den zweiten Pass, dem Brenner, gelangten wir in unser drittes Land nach „Bella Italia“. Allerdings ist das Wetter so gar nicht „bella“, daher gönnen wir uns nach erfolgreichem Hochradeln eine Stärkung im warmen Outlet-Shopping-Center. Da sich das Wetter zunehmend verschlechterte und sich Jakobs Regenponcho als unkompatibel mit GPS am Lenker erwiesen hatte, kaufte er sich gleich noch eine Velo-Regenhose zum halben Preis. Glück muss man haben.

Im Rienztal stellte sich die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit als schwierig heraus. Der wenige, flache Talboden war frisch beackert. An den steilen Hängen gab es nirgends genug Platz, um das Zelt aufzuschlagen. Also mussten wir kreativ werden (oder passt an dieser Stelle eher verrückt?). Diese Entscheidung überlassen wir euch.


Unser Weg führte uns nun mehrmals von Italien zurück nach Österreich und wieder nach Italien. Teilweise durch klar erkennbare Grenzen, teilweise sind wir hubbs dieä schwupps einfach so wieder im anderen Land. So kam es, dass wir für eine Nacht keine fünf Kilometer nach dem Grenzübergang einfach neben dem Fahrradweg unser Zelt aufbauten.

Auf den letzten Kilometern in Italien stoppten wir noch für eine richtige Pizza. Das musste einfach sein und hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Wir verliessen Südtirol und fuhren auf einer alten Eisenbahnstrecke durch das schönste Alpenpanorama nach Slowenien.


Bis jetzt haben wir noch an jedem Tag einen Schweizer getroffen und auch auf dem Weg nach Slowenien wurden wir nicht enttäuscht. Wir trafen Noah aus Bern, der mit seinem Cargobike auf dem Weg in den Balkan war, und radelten mit ihm die letzten Kilometer nach Ljubljana.

Weitere Momente aus der Alpdurchquerung.






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